Geboren in Wien, am 26.07.1966. Früh begonnen mit Klavier (das gehörte sich!) und Tanz (das wollte sie!)
Mit 19 bestand sie die Aufnahmeprüfung an die damalige Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien – heute Musikuniversität Abteilung 7/Gesang. Ganz nebenbei entdeckte sie ihre Liebe zur Clownerie / Pantomime / Commedia und unterbrach ihr Gesangsstudium regelmäßig für Aufenthalte in Italien, Deutschland, Frankreich und der Schweiz, wo es zu diesen Themen eine Reihe von Seminaren und Ausbildungen gab, die sie mit ganzem Herzen und viel Spaß absolvierte. Ebenso den Lehrgang für Musical.
Erste Bühnenerfahrungen während des Studiums zeigten ihr, dass die Praxis noch besser war als das Studium und so diplomierte sie als bald in den Fächern Oper, Operette und Musical.
Es begann eine etwa 10 Jahre währende Bühnenerfahrungensammelnlaufbahn, die sie durch ganz Europa, Japan etc. führte und viele Engagements und Tourneen brachte. Ihr Rollenfach war das der "Soubrette", denn da konnte sie singen, tanzen, spielen, komisch sein und Spaß haben, soweit es Regisseure, Kapellmeister, Dirigenten, Kollegen und Kostüme erlaubten.
In den Phasen, in denen kein Engagement da war unterrichtete sie. Ihren Drang anderen etwas beibringen zu wollen bzw. zu motivieren, entdeckte sie sehr früh, was ihr schon den Turnunterricht im Gymnasium einbrachte, da sie immer wieder behauptete, sie könne ihre Mitschüler besser zum Turnen bringen, als die Professoren. Sie hatte recht!
An der Hochschule (Musikuni) übernahm sie manchmal den Atem- Körper- Stimme Unterricht von Ute Gerzabek (damals Ute Reiter), nicht weil sie es besser konnte, sondern weil diese öfters nicht anwesend war und es doch schade gewesen wäre diesen Unterricht ausfallen zu lassen.
Sie unterrichtete in diesen Stunden einfach, was sie von der Clownerie, Pantomime, Akrobatik, Tanz usw. wusste. Ihre Kollegen waren statt sauer, recht angetan, und machten einfach mit.
Als Ute Gerzabek davon erfuhr, war sie nicht etwa empört (was verständlich gewesen wäre, ob der Anmaßung) sondern unterstützte sie diesbezüglich noch und empfahl sie weiter, was zu vielen Seminarleitungen und zahlreichen pädagogischen-wertvollen Erfahrungen führte. Danke!
Claudia Lackner entdeckte - drei Jahre nach der Geburt ihres Sohnes - dass der Bühnenalltag als Singspielerin zermürbend und rein menschlich gesehen, für sie nicht mehr das große Ziel war. Sie hatte viele tolle Rollen gesungen, gespielt, getanzt – war im Fernsehen und Rundfunk aufgetreten und hatte mit einigen wirklich sehr guten und erfahrenen, tollen Regisseuren, Dirigenten, Kollegen - und auch vielen schlechten, von denen man besonders viel lernt - gearbeitet und hatte keine Lust mehr sich ununterbrochen verkaufen zu müssen und die Ellbogen zu wetzen.
Wirklich sie selbst sein zu können, ohne sich verstellen zu müssen und sich persönlich weiterzuentwickeln, erschien ihr plötzlich wesentlich wichtiger als irgendeine mögliche Karriere.
Ihre persönliche –kreative -künstlerische Freiheit genießend, unterrichtete sie da und dort (Schubertkonservatorium war auch eine Station) und übernahm dann am Vocal College die Stimmbildungsklasse für 3 Jahre. Danke an Jonny Pinter. Als das Vocal College zusperrte, eröffnete sie selber eine Stimm- und Gesangsschule und gründete den Verein "Vereinte Stimmen", das war in etwa vor drei Jahren, als sie beim Joggen (ja, sie ist sehr sportlich!) eine Eingebung hatte: In Wien sollte es doch einen Ort geben, wo alle Menschen hin könnten, um zu singen oder singen zu lernen …und vor allem Spaß dabei haben können. Ihr Konzept erwies sich als sehr ansprechend und das reiche Angebot an Vokalensembles, Kursen, Seminaren rund um Stimme und Gesang wird mit großer Begeisterung wahrgenommen. Konzerte, Projekte, Veranstaltungen krönen diese Idee.
Sogar das Publikum, das sich mit singenden Amateuren (amare = lieben…) konfrontiert sieht, reagiert mit Wohlwollen, Erstaunen und Begeisterung. Wieso können Laien so gut singen und so selbstverständlich auf der Bühne stehen!? Das ist wohl ein Geheimnis von Claudia Lackner, die es erstaunlicherweise immer wieder schafft, Menschen zum Atmen, Singen und Auftreten zu bringen, obwohl die meisten von ihnen behauptet hatten es nicht zu können, geschweige denn vor anderen Menschen.
Doch Wunder geschehen immer wieder, oder?
Dass sie jetzt beschlossen hat, wieder, allerdings mit eigenen Programmen ("Das Duell der Diven" und "Er der herrlichste von Allen!") auf die Bühne zu gehen, ist eine andere Geschichte, aber vielleicht hat sie über den Spaß, den sie beim Unterrichten vermittelt und den ihre Schüler beim Singen und auf der Bühne haben, wieder ihren eigenen, ursprünglichen Spaß an der Sache gefunden.
PS:Als Claudia Lackner 16 Jahre alt und eifig bemüht war ein Musicalstar zu werden, sagte ihr Kammerschauspielerin Susi Nicoletti: "Kinderl, Spaß soll es dir machen. Das ist das Wichtigste!" Danke! Es hat ein Weilchen gedauert, bis es durchsickerte und in alle Poren drang …
Claudia Lackner bedankt sich bei: Prof. Samy Molcho, Roy Bosier, Don Jordan, Martin Flossmann (er entdeckte etwas "Divöses" in ihr, das war aber damals ein Schock!), Chrisitian Bösch, Elfriede Obrowsky, Mimi Freissler, Walter Berry (obwohl sie bei seinem Unterricht nur zuschaute!), Ute Gezabek (durch die sie außerdem noch begriffen hat, dass man nicht nur mit den Stimmbändern singt, sondern mit dem ganzen Körper!), Prof. Marcel Prawy (der sie "entdeckte" und förderte, was sie ihm damals aber übelnahm, weil sie so an sich zweifelte:-) und Michael Heltau, der ihr riet niemals aufzugeben!
Dr. James Moore, als Lehrer und Komponist. Ganz wichtig. Und bei Eva Ulmer-Janes (www.huna.at)
Sie bedankt sich bei ihren Schülern und Kursteilnehmern und gibt hiermit offiziell zu, dass sie selber beim Unterrichten viel gelernt hat und immer noch dazu lernt!!!